Fluchtvorbereitung mit Quattro Stagioni

Warum ich es als Flucht bezeichne? Weil ich noch niemandem davon erzählt habe. Nicht mal von meinem Urlaub in ein paar Tagen, aber noch weniger davon, dass ich es als Generalprobe nehme und eigentlich bleiben will. Aber zurück zu meiner Vorbereitung: das erstaunliche beim Lesen ist, dass wir unsere Prioritäten so anders setzen. Auch ich liebe die Gegend um Rom herum, aber Wandern in der Natur? Das mache ich in Deutschland. Nemi dagegen wird in einem halben Satz abgearbeitet. Ich liebe Nemi, besonders im August, wenn sich Rom kaum ertragen lässt, dann weht hier ein leichtes Windchen und man kann in diesem kleinen Café am Ortseingang (ich werde nachschauen wie es heißt, sobald ich das nächste Mal da bin) wundervolle kleine Kuchen mit Fragoline (also den ganz kleinen Erdbeeren) auf Vanillecreme essen. Die Irritation, ja der Vorwurf, der einem entgegenschlägt, wenn man in Italien alleine Essen gehen will, den kenne ich zu gut. Rom hat hier einen riesen Vorteil: auch wenn man alleine durch die Straßen läuft, wird man ständig von Kellnern angesprochen, ob man nicht bei Ihnen essen würde. Wenn man dann darauf eingeht, dann bleibt dieser auch einen Großteil der Zeit als Gesellschaft dabei. Das schöne dabei ist, dass man nie den Eindruck hat, dass er sich gezwungen fühlen würde. Statt dessen weiß man nach kürzester Zeit alles über den Onkel, der in Bielefeld (Dortmund, Bochum o.ä.) lebt, welche Deutschen Städte sein gegenüber schon gesehen hat/sehen will, was man sich noch alles ansehen soll (mit Restauranttipps in der Nähe). Vor ein paar Wochen war ich in der Türkei in Urlaub – leider nicht gerade ein Prosecco-Mekka, weswegen ich mich auf eine lange Reise zu einem italienischen Restaurant gemacht habe, dass auch von einem Italiener geführt wird (Peperino Pizza in Izmir). Ich habe die Reisetipps sogar so aufgeschrieben bekommen, dass ich im Ort angekommen Einheimischen meine Zettel hätte zeigen können um meine fehlenden Türkischkenntnisse auszugleichen. Ein bisschen praktische Vorbereitung muss auch sein: wie fahre ich nach Rom? Als spontaner Mensch bin ich die letzten Male einfach ins Auto gestiegen und gefahren, das ist jetzt keine Alternative mehr, denn leider musste ich im Zuge meiner Kündigung auch meine geliebte Giulietta abgeben. Was passt besser zu einem Nostalgie-Urlaub als auf nostalgische Art hinfahren? In meinem Fall wäre das mit dem Nachtzug ab München. Meine Flüge nach Rom kann ich nicht mehr zählen und es hat mich jedes Mal genervt, beim Zugfahren dagegen war ich noch Schülerin und hab die witzigsten Erinnerungen an Versuche das Abteil zu verriegeln, heimliches Rauchen mit dem Schaffner im Flur und all die Dinge, die mit 16 ein Abenteuer ausmachen. Gäbe es den Zug ab Basel noch, dann gäbe es keinen Zweifel! So überprüfe ich wenigstens das Onlineangebot und was muss ich feststellen? Pauschalurlaub ist deutlich günstiger Wie bucht ihr eure Last-Minute-Städtetrips? Lohnt es sich erst am Flughafen zu buchen? Ich stelle mich bei Prosecco weiter auf meine Romreise ein und freue mich auf eure Tipps. Bis bald

9.11.15 18:41

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